CrowdfundingEs ist eines dieser Worte, das in den letzten paar Jahren immer öfter in der Netzgemeinde aufgetaucht ist – Crowdfunding. Vor etwa acht Jahren erschien der Begriff dieser Finanzierungsart auf einmal in der Liste der gesuchten Wörter bei Google. Von da an ging es steil bergauf und nun gilt es als recht etablierte Methode, ein Projekt oder eine Idee umzusetzen. Häufig wird das Crowdfunding genutzt, wenn der Weg zur Bank keinen Erfolg verspricht oder aber Unabhängigkeit von den herkömmlichen Kreditmöglichkeiten gewünscht wird.

Das Wort »Crowdfunding« setzt sich aus zwei Begriffen zusammen: »Crowd«, zu Deutsch »Masse«, und »Funding«, was mit »Finanzierung« übersetzt werden kann. Im Deutschen wird diese Mischung leicht abgewandelt und als Schwarmfinanzierung bezeichnet.

Der Begriff beschreibt das Vorgehen beim Crowdfunding sehr präzise, denn dabei wird ein Projekt auf einer Internetplattform vorgestellt und der Öffentlichkeit die Möglichkeit geboten, sich mit in der Regel geringen Geldbeträgen daran zu beteiligen. Dabei geht es nicht darum, dass die sogenannten Spender, im Englischen »Backer« genannt, ein Teil des Unternehmens erwerben. Stattdessen wird eine ganze Reihe unterschiedlicher Beitragsstufen vom Projektleiter entworfen, die jeweils an bestimmte Belohnungen gekoppelt sind.

Diese Belohnungsstufen werden als Perks bezeichnet. So wird beispielsweise eine Finanzierung für ein Computerspiel angestrebt und dafür bei Interessierten Geld gesammelt. Der geringste Beitrag wird meist nur mit einem Dankeschön quittiert. Mit ein paar weiteren gespendeten Münzen kann hingegen das Recht auf eine fertige Version des Produkts erworben werden, unterschiedliche Merchandising-Artikel oder auch die offizielle Erwähnung des Namens im Endprodukt. Bei den meisten Projekten werden diverse unterschiedliche Perks sowohl im niedrigen als auch im hohen Preissegment angeboten.

Das Crowdfunding wird mittlerweile gern von den Vertretern unterschiedlichster Branchen genutzt. So sammeln Musiker Geld ihrer Fans, um ein neues Album produzieren zu können und Designer stellen sicher, dass ihre neue Kollektion ausreichend Anklang findet. Auf diese Weise wird also auf sicherem Wege in Erfahrung gebracht, ob das Interesse an dem Produkt tatsächlich groß genug für einen Erfolg ist. Die beim Crowdfunding gespendeten Gelder sind zweckgebunden und dürfen nur für dieses Projekt verwendet werden. Während in den USA bereits eine gesetzliche Grundlage für diese Finanzierungsmethode geschaffen wurde, hinkt Deutschland in seiner Gesetzgebung noch hinterher.

Mittlerweile haben sich ein paar Plattformen für das Crowdfunding etabliert. Am bekanntesten dürfte die Website Kickstarter.com sein, eine amerikanische Firma, die im Jahr 2009 in das Geschäft mit der Schwarmfinanzierung einstieg und seither diverse erfolgreich finanzierte Projekte ermöglicht hat. Ein Jahr früher erblickte das Portal Indiegogo das Licht der Welt. Anders als Kickstarter stehen hier mehrere Sprachen zur Verfügung, auch die Zahlungsmethoden sind breiter gefächert.