Ratenkredit
Der sogenannte Ratenkredit stellt eine Sonderform des gewöhnlichen Darlehens dar. Auf Ratenkredite werden alle Regeln des Darlehensvertrags angewandt, bis auf wenige Modifikationen. Der Ratenkredit ist ein schuldrechtlicher Vertrag, bei dem der Kreditgeber die Verpflichtung eingeht, dem Kreditnehmer eine Geldsumme auf Zeit bereit zu stellen. Der Kreditnehmer hingegen verpflichtet sich beim Ratenkredit nicht wie beim gewöhnlichen Darlehen, die geborgte Summe zu Ende des Vertrags hin gesamt zurückzuzahlen (zuzüglich Zinsen). Beim Ratenkredit erfolgt eine Rückzahlung in regelmäßigen Zeitabständen, meist jeden Monat. Die monatliche Rate richtet sich nach der Laufzeit des Kredits, der Höhe der kreditierten Summe und den vereinbarten Zinsen.
In der Praxis sieht es so aus, dass beinahe jeder Kauf über einen Ratenkredit abgewickelt werden kann.
Ein wesentlicher Vorteil des Ratenkredits ist der, dass man über keine hohen beziehungsweise über gar keine Sicherheiten verfügen muss. Was allerdings vom Kreditnehmer verlangt wird, ist, dass er regelmäßige Einkünfte hat. Ein weiterer Vorteil der Rückzahlung in Raten ist die Planbarkeit durch den Kreditnehmer: Man weiß, wann die nächste Tilgungsrate fällig ist und wie hoch sie ist.
Auf der anderen Seite muss der Kreditnehmer die regelmäßige Zahlung der Tilgungsrate auch sicher stellen: Beim gewöhnlichen Kredit hat man in der Regel mehrere Jahre Zeit, um Geld aufzutreiben – beim Ratenkredit muss jeden Monat die fällige Summe beglichen werden. Dies verlangt natürlich ein gewisses Maß an Disziplin vonseiten des Kreditnehmers, um seinen Verpflichtungen auch nachzukommen.
Zu den Vorteilen des Ratenkredits zählt die Tatsache, dass der Kreditvertrag innerhalb einer Frist von zwei Wochen ohne Angabe besonderer Gründe widerrufen werden kann, auch das Geld schon an den Händler weitergeleitet worden ist. Dies stellt einen Schutz gegen Kaufrausch dar.
Voraussetzungen für einen Ratenkredit sind neben regelmäßigen Einkünften des Kreditnehmers auch dessen Volljährigkeit und ein Wohnsitz in Deutschland. Ein bestehendes Girokonto sowie ein Ausweisdokument werden ebenfalls vorausgesetzt.
Wie bei Krediten im Allgemeinen bringt auch der Ratenkredit den Nachteil der finanziellen Mehrbelastung mit sich. Für Kreditnehmer besteht oft auch Überschuldungsgefahr, wenn immer neue Kredite zur Tilgung bestehender aufgenommen werden müssen.
Die psychologische Wirkung eines Kredits, auch eines Ratenkredits, ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Durch den Zufluss von Geld, in Form der Kreditsumme, wird der Kreditnehmer an ein Konsumlevel herangeführt, das er sich nicht durch Leistung geschaffen hat und somit nicht wirklich hat, weil das Geld ja nur geborgt ist. Ein weiterer Nachteil ist, dass im Zuge der Beantragung eines Ratenkredits ein Schufa-Eintrag erfolgt. Zudem bringt eine Sondertilgung des Ratenkredites nichts, weil der Kreditnehmer trotzdem auf die gesamte Kreditsumme Zinsen zahlen muss.
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