SCHUFAAls führende deutsche Wirtschaftsauskunftei nimmt die SCHUFA mit ihrem bonitätsbezogenen Datenbestand einen großen Stellenwert in der Geschäftswelt ein. Die Vertragspartner dieses Kreditbüros holen vor Abschluss ihrer Verträge Bonitäts-Auskünfte über ihr Gegenüber ein.

Relevant sind vor allem gespeicherte Informationen betreffend Zahlungsstörungen und Kündigungen bei Bankkonten, Mobilfunkkonten, Kreditkarten, Leasingverträgen, Ratenkäufen und Krediten.

Negativ verzeichnet werden zudem gerichtliche Vollstreckungsmaßnahmen, Insolvenzverfahren sowie die Ablehnung von Insolvenzverfahren mangels Masse. Diese Informationen bezieht die Wirtschaftsauskunftei von ihren Vertragspartnern sowie aus öffentlichen Verzeichnissen und Bekanntmachungen der Gerichte.

Negative Vermerke können dazu führen, dass Kreditinstitute, Kreditkartenunternehmen, Leasinggesellschaften, Telekommunikationsunternehmen,Versandhandelsunternehmen oder Vermieter die Vertragsbeziehungen mit der betroffenen Person erst gar nicht eingehen.

Eine negative Bonitäts-Auskunft und ein niedriger Score-Wert werden als mangelnde Kreditwürdigkeit gewertet. Wird der Vertrag dennoch geschlossen, muss der Vertragspartner seine schlechte Bonität durch teure Vertragskonditionen abgelten. Ist eine Person daher mit negativen Vermerken behaftet, hat sie großes Interesse daran, jeden belastenden SCHUFA-Eintrag löschen zu lassen.

1. Wann ist ein negativer SCHUFA-Eintrag zu löschen?

Grundsätzlich ist es nicht Aufgabe des Betroffenen, sich selbst um die Bereinigung der Daten zu kümmern. Vielmehr ist die Wirtschaftsauskunftei dazu angehalten, nach Ablauf der Speicherfristen einen SCHUFA-Eintrag zu löschen. Diese Fristen variieren je nach Art der zugrundeliegenden Tatbestände. Eine sofortige Stornierung ist vorgesehen, wenn Girokonten, Kreditkarten und Handyverträge gekündigt sowie die Hauptschuld im Rahmen der Bürgschaft beglichen worden ist.

Kreditanfragen und Anfragen zur Eröffnung eines Girokontos werden für 12 Monate gespeichert. Es besteht kein Anspruch des Betroffenen sofort nach Begleichung der jeweiligen Forderung, den betreffenden SCHUFA-Eintrag zu löschen. Das heißt, selbst nachdem die Schulden getilgt worden sind, bleiben diese negativen Vermerke in der Regel für einen Zeitraum von drei Jahren ab Tilgung im Datenbestand erfasst.

Dies gilt für Zahlungsstörungen im Rahmen von Kreditverträgen, Mobilfunkverträgen und Girokontoverträgen. Drei Jahre nach Ablauf des Kredits ist der betreffende SCHUFA-Eintrag zu löschen. Einer dreijährigen Speicherfrist unterliegen auch die Kundenkonten der Versandhandelsunternehmen. Nach drei Jahren ist auch jener SCHUFA-Eintrag zu löschen, welcher Eidesstattliche Versicherung und Haftbefehl zur Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung sowie Informationen aus Insolvenzverfahren betrifft.

2. In welchen Fällen kann ein Betroffener veranlassen, einen SCHUFA-Eintrag zu löschen?

Ergänzend zu dieser automatischen Stornierung durch die Wirtschaftsauskunftei nach Fristablauf können in einzelnen Fällen vorzeitig Bereinigungen durchgeführt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen kann der Betroffene die Wirtschaftsauskunftei dazu veranlassen, einen SCHUFA-Eintrag zu löschen. Diese Sonderfälle betreffen Kleinschulden bei kurzfristigem Zahlungsausgleich, Daten aus öffentlichen Schuldnerverzeichnissen sowie veraltete und inhaltlich unrichtige Vermerke.

Im ersten Fall kann der Schuldner beantragen, den SCHUFA-Eintrag zu löschen, wenn er den fälligen Kleinbetrag (bis inklusive 2000 Euro) binnen sechs Wochen beglichen und der Gläubiger der Wirtschaftsauskunftei diesen Umstand gemeldet hat.

Der zweite Einzelfall behandelt die vorzeitige Bereinigung von Daten aus öffentlichen Schuldnerverzeichnissen, nämlich die Eintragung ins Schuldnerverzeichnis, die Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung und der Haftbefehl zur Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung. Zuerst muss sich der Schuldner die Bezahlung des offenen Betrages vom Gläubiger bestätigen lassen.

Mit dieser Bestätigung kann die Löschung des Eintrages im Schuldnerverzeichnis beantragt werden. Der Betroffene hat sodann die Möglichkeit, den betreffenden SCHUFA-Eintrag löschen zu lassen, sobald er der Wirtschaftsauskunftei den dazugehörigen Löschungsbescheid des zentralen Vollstreckungsgerichts beziehungsweise des zuständigen Amtsgerichts vorlegt.

Selbst wenn keiner dieser Sonderfälle vorliegt, sollte jeder Verbraucher in regelmäßigen Abständen, jedenfalls aber vor wichtigen Vertragsabschlüssen, die bei der Wirtschaftsauskunftei zu seiner Person verzeichneten Daten kontrollieren. Dieses Kreditbüro ist zwar dazu verpflichtet, jeden SCHUFA-Eintrag zu löschen, sobald die Voraussetzungen dazu erfüllt sind. Allerdings gibt es keine Gewähr dafür, dass diese automatische Bereinigung tatsächlich stattfindet. Zudem speichert diese Wirtschaftsauskunftei jene Informationen, welche sie von ihren Vertragspartnern bezieht, in ihrem Datenbestand, ohne sie vorab auf ihre inhaltliche Richtigkeit zu prüfen.

Jede Person ist somit gut beraten, diese Informationen selbst eingehend zu analysieren. Dazu bedarf es der Einholung einer Selbstauskunft, welche jedem Konsumenten einmal jährlich kostenlos zusteht (§ 34 BDSG). Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, verschiedene kostenpflichtige Auskünfte unter anderem im Internet in Anspruch zu nehmen. Die Selbstauskunft gibt darüber Aufschluss, welche Daten gespeichert wurden, aus welchen Quellen sie stammen und an wen die Informationen weitergegeben wurden. Damit hat der Betreffende jene Informationsbasis, welche er benötigt, um einen inhaltlich falschen oder veralteten SCHUFA-Eintrag löschen zu lassen.

Falsche Daten sollten umgehend der Wirtschaftsauskunftei im Rahmen einer schriftlichen Beschwerde unter Beifügung jener Unterlagen gemeldet werden, welche die inhaltliche Unrichtigkeit belegen. Die Daten werden bis zur endgültigen Klärung der Causa gesperrt. Sind die Informationen tatsächlich falsch, ist die Wirtschaftsauskunftei gesetzlich verpflichtet, den betreffenden SCHUFA-Eintrag zu löschen beziehungsweise zu berichtigen. Die Wirtschaftsauskunftei ist daran interessiert, nur inhaltlich richtige Daten an die Vertragspartner weiterzugeben. Deshalb wird sie es nicht verabsäumen, einen nachweislich inkorrekten SCHUFA-Eintrag zu löschen.

Zusätzlich ist es sinnvoll, die Berichtigung auch bei jenem Vertragspartner einzufordern, welcher die falsche Information weitergegeben hat. Diesen trifft die Verpflichtung, die besagten Daten gegenüber diesem Kreditbüro zu widerrufen. Verweigert der Vertragspartner den Widerruf, kann der Verbraucher mit Hilfe eines Anwalts allenfalls Schadenersatzansprüche geltend machen, sofern ein Schaden entstanden ist.

Der Betroffene kann sich eines Musterbriefes der Verbraucherzentralen oder eines Musterschreibens eines Anwaltes bedienen, um den SCHUFA-Eintrag löschen zu lassen. Ist bereits ein Schaden durch falsche Daten entstanden oder droht ein solcher zu entstehen, ist es unvermeidlich, einen Rechtsbeistand einzuschalten. In dringenden Fällen kann ein Anwalt helfen, ohne zeitliche Verzögerung den SCHUFA-Eintrag zu löschen.