SCHUFA

Die SCHUFA oder offiziell Schufa Holding AG ist eine Wirtschaftsauskunft mit Hauptsitz in Wiesbaden. Das Unternehmen ist privatwirtschaftlich aufgestellt und keine staatliche Stelle oder gar eine Behörde, wie viele fälschlicherweise annehmen. Die Hauptaufgabe der SCHUFA ist es, ihre Mitglieder vor Zahlungs- bzw. Kreditausfällen zu schützen. Dieses Handeln trägt nach Aussagen der Kreditauskunft auch dazu bei, Konsumenten vor Verschuldung zu bewahren. Das Unternehmen hat mehr als 440.000.000 Datensätze von über 65.000.000 natürlichen Personen in Deutschland gespeichert. Rund ¾ aller in Deutschland lebenden Verbraucher sind bei der SCHUFA erfasst. Die Kreditauskunft wickelt mehr als 92.000.000 Anfragen pro Jahr ab. Hauptsächlich handelt es sich hierbei um von den Schufa-Mitgliedern angeforderte Auskünfte, aber auch um angefragte Selbstauskünfte von Verbrauchern.

Die SCHUFA wurde 1927 in Berlin, ursprünglich als Schutzgemeinschaft für Absatzfinanzierung, gegründet. Im Jahre 1952 entstand daraus die Bundes-Schufa e.V. In 2000 wurde der e.V. in die jetzige Schufa Holding AG gewandelt.

kredit-ohne-schufa.jpg

Bei den Schufa-Mitgliedern die zu Zugriff auf die dort gespeicherten Daten haben, also eine Auskunft anfordern können, handelt es sich um Banken, Anbieter von Kreditkarten, Mobilfunkbetreiber, Telekommunikationsfirmen, Leasingfirmen, Handel, Inkassounternehmen und Kreditvermittlungen. Auch hat jeder Verbraucher die Möglichkeit eine kostenpflichtige Selbstauskunft anzufordern.

Aus den gespeicherten Daten berechnet die SCHUFA den Scoring-Wert, der Aufschluss über die Bonität der jeweiligen Person ermöglicht. Das System bzw. die Kriterien anhand derer, die Berechnung des Scoring-Werts erfolgt, wird von der Schufa Holding nicht veröffentlicht, was von Verbraucherschutzorganisationen seit Jahren kritisiert wird.

Auch ist bekannt, dass zahlreiche dort gespeicherte Datensätze fehlerhaft sind und Falscheintragungen beinhalten, zum Nachteil des jeweiligen Verbrauchers. Weiterhin gibt es Fälle in denen unrechtmäßig Negativ-Eintragungen durch Schufa-Mitglieder erfolgen, z.B. dann wenn es zwischen Unternehmen und Kunden zu Konflikten kommt, im Bezug auf Vertragsfragen oder Forderungen.

Vor allem muss die Tatsache, dass ein negativer Eintrag bei der SCHUFA, für den betroffenen Verbraucher unverhältnismäßig harte Folgen haben kann, sehr kritische gesehen werden. Wenn z. B. ein Antrag auf Eröffnung eines Girokontos von der jeweiligen Bank anhand der dort gespeicherten Daten abgelehnt wird, und die Betroffenen deshalb nichtmal über ein Girokonto auf Guthabenbasis verfügen können.