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Die Verbraucherkreditrichtlinie ist seit dem 11. Juni 2010 europaweit in Kraft. Doch was ist das Besondere an dem Gesetz und warum ist es für Verbraucher interessant?

Im Folgenden wird erläutert, was genau die Verbraucherkreditrichtlinie ist und welche positiven Auswirkungen sie hat.

Mit der Richtlinie 2008/48/EG über Verbraucherkreditverträge wurde eine EU-Vorgabe in deutsches Recht umgesetzt, die Kreditangebote von Banken für Verbraucher transparenter und vergleichbarer macht. Die Anpassung betrifft alle EU-Länder, sodass ein einheitlicher Standard für Verbraucherkreditverträge erreicht wird.

Ziel ist es, Verbraucherkreditangebote aus ganz Europa besser miteinander vergleichen zu können, weil die Verbraucherkreditrichtlinie bzw. die Richtlinie 2008/48/EG über Verbraucherkreditverträge (offizielle Bezeichnung) europaweit gleiche Konditionsangaben vorsieht.

Seit dem Inkrafttreten haben sich die Bedingungen, auf deren Grundlage Banken für ihre Verbraucherkredite werben dürfen, deutlich verändert respektive für die Konsumenten verbessert. Bis dahin boten die meisten Banken ihre Kredite mit einem Zinssatz „ab“ an oder warben damit, d. h. eine Bank gab nur den günstigst möglichen Zinssatz an.

verbraucherkreditrichtlinie

Dieses Verfahren wurde von Verbraucherschützern als reiner Werbezins bezeichnet, da kaum ein Kreditnehmer diesen Zins tatsächlich erhalten hat. Für Verbraucherschützer bedeutete die Umsetzung der VKR auch, dass Scheinwerbung mit unrealistisch niedrigen Zinsen endgültig der Vergangenheit angehört.

Denn die Verbraucherkreditrichtlinie verpflichtet die Banken, in ihren Kreditangeboten einen sogenannten Zwei-Drittel-Zinssatz anzugeben. Dieser spiegelt den realistischen Effektivzins wider, zu dem mindestens zwei Drittel der abgeschlossenen Kreditverträge gewährt werden.

Einfacher ausgedrückt: Mindestens zwei Drittel der Kreditnehmer müssen den beworbenen oder einen niedrigeren Effektivzins für den Kredit erhalten. Zudem sind Banken verpflichtet, neben dem niedrigsten und höchsten Effektivzinssatz einen sogenannten Sollzinssatz anzugeben.

Damit können die Verbraucher sehen, welchen Zinssatz das Finanzinstitut dem Kreditangebot zugrunde legt, da hier noch keine anderen Kosten enthalten sind. Dieser entspricht also dem Nominalzinssatz. Zusätzlich zu diesen neuen Informationen wird Verbrauchern eine Beispielrechnung mit Kredithöhe angezeigt, die den Unterschied zwischen Effektiv- und Sollzins deutlich macht.

Ergänzt werden diese Informationen durch die Nennung der Nettodarlehenssumme und der Auflistung weiterer Kosten, die dem Kreditnehmer bei einem Vertragsabschluss entstehen.

Die Richtlinie 2008/48/EG über Verbraucherkreditverträge verlangt von den Banken auch, dass sie ihre Kunden vor der Unterzeichnung eines Kreditvertrags über die Einzelheiten des Kredits, wie z. B. die Zinssätze oder zusätzliche Kosten, informieren.

Dazu gehören auch Informationen zum Widerrufsrecht, zur vorzeitigen Kreditrückzahlung und zu den Folgen eines Tilgungsrückstands. Ferner erhalten Verbraucher ein standardisiertes Informationsblatt, das den entsprechenden vertraglichen Verpflichtungen entspricht. Jeder Kreditnehmer hat zudem das Recht, kostenlos einen Vertragsentwurf von der Bank zu erhalten.

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