Wenn eine größere Anschaffung oder ein Hauskauf ansteht, so können das nur die wenigsten mal eben aus der eigenen Tasche bezahlen. Stattdessen nutzen sie ein Darlehen. Größere Geldsummen werden dabei verliehen und werden anschließend entweder in Raten zurückgezahlt oder auf einen Schlag zu einem bestimmten Zeitpunkt. Zinsen oder Entgelte können bei einem Darlehen anfallen, es besteht dazu aber keine Verpflichtung.


voraussichtliche Laufzeit  Monate

Darlehen: praktisch und schnell

Ein Darlehen kann in den unterschiedlichsten Situationen weiterhelfen. Schon bei vermeintlichen Kleinigkeiten kann es schon mal aus der Klemme helfen. Geht beispielsweise die Waschmaschine kaputt und es fehlt gerade in der Haushaltskasse das nötige Kleingeld für einen Ersatz, so lässt sich mit einem Darlehen aushelfen. Oft bieten sogar Händler schon direkt eine solche Möglichkeit für eine Finanzierung an. Auch neue Autos finanzieren sich die meisten Menschen am liebsten mit einem Darlehen. Durch das Zahlen kleiner monatlicher Beträge gelangen auch Fahrzeuge in greifbare Nähe, auf die manch einer sonst jahrelang sparen müsste.

darlehen
Darlehen: Die Konditionen müssen stimmen!

Das wohl bekannteste Beispiel für ein nötiges Darlehen ist der Kauf oder Bau von einem eigenen Haus. Die horrenden Summen, die dabei anfallen, können nur die wenigsten auf einen Schlag bezahlen. Gleichzeitig hat auch kaum jemand Lust, erst im hohen Alter nach langer Zeit des Sparens in ein Eigenheim zu ziehen. Mit einem Darlehen ist es möglich, schon früh in das eigene Haus zu ziehen und dieses dann über Jahre zu finanzieren. In einigen Fällen können Darlehensverträge sich hier bis zu 30 Jahre ziehen.

Bei der klassischen Ratenzahlung kann ein Darlehen ein bisschen wie umgekehrtes Sparen angesehen werden. Statt jeden Monat eine bestimmte Summe zurückzulegen, bis der gewünschte Betrag für eine Anschaffung erreicht ist, erfolgt der Kauf sofort und erst danach kommt es dann zu einer, meist vertraglich geregelten, Zahlung. Das hört sich im ersten Moment natürlich sehr gut an, kommt aber auch mit einigen Risiken einher.

Worauf bei einem Darlehen zu achten ist

Bevor irgendjemand loseilt und einen Darlehensvertrag abschließt, sollte dies gründlich überdacht werden. Wichtig ist vor allem, dass das Darlehen auch wieder abbezahlt werden kann. In welcher Form das geschieht, spielt keine Rolle.

Ob monatliche Raten oder fester Betrag zum Ende einer Laufzeit, der Darlehensnehmer muss sicherstellen, dass seine wirtschaftlichen Verhältnisse zu keinen Problemen führen. Nicht zurückgezahlte Darlehen können sich ansonsten zu einem ernsten Problem entwickeln. Fallen die Zahlungen aus, werden die Darlehensgeber in der Regel schnell aktiv.

Schon nach einigen Monaten ist es bei einer Ratenzahlung legitim, den vollen noch fehlenden Betrag auf einmal zu fordern. Das führt beim Schuldner natürlich zu noch mehr Problemen. Wer schon einzelne Raten nicht bedienen konnte, wird wohl kaum den gesamten Restbetrag mal eben im Portemonnaie haben.

Im schlimmsten Fall kommt es dann zu Pfändungen, der Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung und Schufa-Einträge. Bei einem Darlehen für ein Haus kann dieses ebenfalls entzogen werden und der Darlehensnehmer landet dann buchstäblich auf der Straße.

Auch wenn es momentan beruflich gut läuft, ist eine reifliche Überlegung vor einem Darlehen zu empfehlen. Es ist auch daran zu denken, dass eventuell Zeiten der Arbeitslosigkeit folgen könnten, sei es durch den Verlust des Arbeitsplatzes oder durch einen Unfall. Wer ein Darlehen aufnimmt, muss dafür sorgen, dass dieses auch in schlechten Zeiten bedient werden kann. Es soll niemand Angst vor einem Darlehen bekommen, sich aber dennoch ausreichend Gedanken darum machen.

Hier bekommt man ein Darlehen

Technisch gesehen kann jeder ein Darlehen in irgendeiner Form vergeben. Auch wenn sich Freunde untereinander mal 50 Euro leihen und vereinbaren, dass das Geld nächste Woche zurückgezahlt wird, handelt es sich streng genommen schon um ein Darlehen, wenn auch ohne schriftliche Verträge.

Höhere Darlehen vergeben zumeist Banken, die dafür auch ganz spezielle Konditionen vorsehen. In der Regel wird ein bestimmter Prozentsatz an Zins festgelegt, mit dem die Bank ihr Geld verdient. Es ist zu empfehlen, über diesen Zins möglichst noch etwas zu verhandeln. Selbst Nachkommastellen können bei großen Darlehen einen Unterschied machen und die meisten Banken haben bei der Festlegung der Konditionen einen Spielraum.

Neben Banken gibt es auch Institute, die sich explizit auf das Vergeben von Darlehen spezialisiert haben. In der Vergangenheit sind es Vertreter dieser Gattung, die den wenig rühmlichen Namen „Kredithai“ etabliert haben. Einige verlangen horrende Zinsen und geißeln Darlehensnehmer mit kaum erträglichen Konditionen. Es gibt aber in diesem Bereich auch seriöse Anbieter, längst nicht jeder handelt betrügerisch oder gar kriminell. In der Regel ist aber der Gang zur Bank empfehlenswerter, einfach weil dort die größte Sicherheit besteht. Leider bekommt aber nicht jeder bei einer Bank ohne Weiteres einen Kredit.

Der gläserne Darlehensnehmer

Wer ein Darlehen haben möchte, muss sich dafür in den meisten Fällen sehr gründlich durchleuchten lassen. Gerade in Deutschland sind die Banken bei der Vergabe von Darlehensverträgen sehr penibel bei der Prüfung der Kunden. Sie verlangen Einkommensnachweise und überprüfen die Bonität anhand von Scoring-Werten von Instituten wie der Schufa.

Nur wer in diesen Disziplinen ein gewisses Mindestmaß an Sicherheit vorweisen kann, kommt für ein Darlehen überhaupt infrage. Wie gut die Bonität im Einzelnen ausfällt, hat dann noch Auswirkungen auf die zu erwartenden Kosten.

Dabei gilt die Faustregel: je höher die Bonität, desto niedriger die Zinsen. Je mehr Geld ein Antragsteller also hat, desto weniger zahlt er für sein Darlehen. Das klingt im ersten Moment paradox, schließlich müssen nach diesem Prinzip all jene mehr zahlen, die ohnehin schon mit weniger auskommen müssen. Die Bank rechtfertigt die Aufschläge aber durch das höhere Risiko. Bei Darlehensnehmern mit ausreichend Vermögen ist der Zahlungsausfall weitaus weniger wahrscheinlich als bei jemanden mit niedrigem Einkommen und ohne jedwede Rücklagen.

Zum Teil greifen Banken auch auf eigene Daten zurück. Die eigene Hausbank kann etwa prüfen, ob ein Kunde regelmäßig Geld auf das Konto erhält oder seinen Dispo zeitig ausgleicht. Mit solchen Informationen kann ein Darlehen auch dann vergeben werden, wenn es an anderer Stelle mal ungünstig aussieht. Das kommt zwar selten vor, ist aber dennoch eine Möglichkeit.

Im Internet finden sich auch einige Angebote für Darlehen ohne Schufa. Wer jetzt hofft, damit auch ohne Bonität an einen Darlehensvertrag zu kommen, der irrt leider. In den meisten Fällen wird einfach eine andere Auskunft als die Schufa zur Bonität befragt. Ganz ohne Prüfung vergibt so gut wie niemand ein Darlehen.

Darlehen vs. Kredit

Wer bei der Beschreibung eines Darlehens an einen Kredit denkt, der liegt nicht ganz falsch. Die Begriffe werden im normalen Sprachgebrauch synonym verwendet und es gibt sehr viele Ähnlichkeiten. Das Gesetz sieht aber einige feine Unterschiede im Detail vor.

Konkret macht hier vor allem die Laufzeit den Unterschied. Bei langfristigen Verträgen ist immer von einem Darlehen die Rede. Kurzfristige Abkommen werden hingegen unter Kredit geführt. Für den Verbraucher ist diese Unterscheidung aber gänzlich unerheblich. Wer bei einer Bank nach einem Darlehen fragt, bekommt dieses auch für kurze Laufzeiten von weniger als einem Jahr.

Vergleichen lohnt sich

Ist ein Darlehen nötig, ganz gleich aus welchem Grund, so ist es nicht zu empfehlen, dafür einfach das erstbeste Angebot in Anspruch zu nehmen. Stattdessen sollte sich jeder die Zeit dazu nehmen, verschiedene Anbieter miteinander zu vergleichen. Auf diese Weise findet sich die günstigste Option, dank des Internets ist das heute auch in wenigen Minuten erledigt.

Allerdings spielt bei einem Darlehen nicht nur der Preis, oder in diesem Fall die Zinsen, eine Rolle. Auch die Details spielen eine entscheidende Rolle. Zu achten ist besonders auf die Vereinbarung der Rückzahlung, die auf dem Vertrag genau so stehen sollte, wie sie vorher abgesprochen wurde.

Natürlich sollte ein Vertrag aber grundsätzlich vollständig gelesen und verstanden werden, bevor irgendetwas unterschrieben wird. Gerade bei einem Darlehen ist Leichtsinn nicht angebracht. Für größere Finanzierungen wie den Hauskauf empfehlen Verbraucherschützer sogar das vorherige Prüfen des Darlehensvertrags durch einen Anwalt.

Darlehen ohne Risiko

Für das letzte Bisschen Sicherheit kann eine Restschuldversicherung sorgen. Eine solche kann häufig gleichzeitig mit einem Darlehen abgeschlossen werden. Die monatlichen Beträge steigen dann zwar etwas, allerdings ist im Notfall dafür gesorgt, dass die Schuld getilgt wird. Die Versicherung übernimmt in Fällen von Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit oder anderen Dingen entweder die komplette noch offene Restschuld oder aber einen vorher vereinbarten Teilbetrag.

Die genauen Konditionen können im Einzelfall aber variieren. Die Versicherung ist nicht nur sinnvoll für alle, die ein Darlehen nur gerade so finanzieren können. Für solche Menschen ist ein Darlehen von vornherein nicht zu empfehlen. Auch bei gutem Einkommen ist langfristig dafür gesorgt, dass aufgrund eines Darlehensvertrages nicht eines Tages eine Privatinsolvenz folgt. Wie bei allen Versicherungen ist der beste Fall immer der, dass sie überhaupt nicht benötigt wird. Gerade bei langfristigen Darlehen lässt sich die Zukunft aber nie zweifelsfrei vorhersehen.