Der Begriff Kredit bezeichnet die Überlassung von Geld und vertretbaren Sachen auf Zeit. Bei der Geldleihe stellt der Kreditgeber dem Kreditnehmer einen Geldbetrag zur Verfügung, welchen der Kreditnehmer unter Einhaltung bestimmter Bedingungen zurückzahlen muss.

Die Gebrauchsüberlassung von Geld wird auch als Darlehen bezeichnet (§ 488 BGB). Die Kreditbeziehung wird durch einen schriftlichen Vertrag geregelt. Darin verpflichtet sich der Kreditgeber dem Kreditnehmer die vereinbarte Kreditsumme zur Verfügung zu stellen.

Den Kreditnehmer trifft die Verpflichtung, die gewährte Geldsumme vereinbarungsgemäß zurückzuzahlen und eine „Leihgebühr“ in Form von Zinsen zu entrichten. Die Bezeichnung Kredit umfasst auch die gewährte Geldsumme (Darlehenssumme) selbst.

Fremdfinanzierung per Kredit

Aus finanzrechtlicher Sicht zählt der Kredit zu den Formen der Fremdfinanzierung. Bei der überlassenen Kreditsumme handelt es sich um Fremdkapital. Das Darlehen gilt als wichtigste Form der langfristigen Fremdfinanzierung für Privathaushalte und Unternehmen.

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Kredit: Die Modalitäten werden vertraglich fixiert.

Als solche stellt der Kredit eine Möglichkeit dar, um jene Anschaffungen im privaten und geschäftlichen Bereich zu tätigen, für welche die eigenen finanziellen Mittel nicht ausreichen. Im Privatbereich können der Kauf oder die Errichtung eines Eigenheimes, der Erwerb eines Fahrzeuges und die Renovierung des Hauses auf diese Weise finanziert werden. Unternehmen können mittels Kreditfinanzierung benötigte Betriebsmittel anschaffen und notwendige Investitionen tätigen.

Laufzeit

Die Geldsumme wird bei Krediten zeitlich befristet zur Verfügung gestellt. Je nach Fristigkeit liegt ein kurzfristiger, mittelfristiger oder langfristiger Kredit vor. Unter Kreditlaufzeit versteht man jenen Zeitraum, in welchem der Kreditnehmer die Darlehenssumme inklusive Zinsen zurückzahlen muss.

Die Länge der Laufzeit richtet sich in erster Linie nach dem Kreditzweck. Wohnbaudarlehen unterliegen typischerweise langen Laufzeiten zwischen 15 und 25 Jahren. Für Immobilienfinanzierungen können jedoch auch Fristen bis zu 40 Jahren gewählt werden. Konsumkredite weisen hingegen deutlich kürzere Laufzeiten von circa 2 bis 7 Jahren auf.

Bei diesen mittelfristigen Finanzierungen geht es um die Anschaffung von Gebrauchsgütern mit mittlerer Lebensdauer. In diese Gruppe fallen Autofinanzierungen, Möbelkredite oder Urlaubskredite.

Eher selten sind kurzfristige Darlehen mit Laufzeiten unter einem Jahr. Im Rahmen sogenannter Kurzzeitkredite werden Geldbeträge in Höhe von 50 Euro bis maximal 3.000 Euro für einen Zeitraum von 30 Tagen ausgegeben.

Dieser Payday Loan (Zahltagkredit) stammt ursprünglich aus dem angelsächsischen Raum. Er wird in Anspruch genommen, um kleine Anschaffungen wie Elektrogeräte oder dringende Reparaturen zu finanzieren. In Deutschland wird dieses Kreditmodell seit 2010 angeboten, wobei es bislang noch wenig verbreitet ist.

Die Dauer der Laufzeit ergibt sich in erster Linie aus den finanziellen Möglichkeiten des Darlehensnehmers. Es ist ausschlaggebend, wie hoch die jeweilige Rate gewählt werden kann, damit sie der Kreditnehmer bedienen kann.

Je höher die monatliche Rate angesetzt wird, desto geringer sind Laufzeit und Gesamtbelastung. Das Darlehen kann schneller abbezahlt werden. Eine lange Laufzeit verringert hingegen die monatliche Ratenzahlung, verteuert aber den Kredit.

Im Rahmen der Bemessung der Laufzeit spielen zudem der Verwendungszweck und die Nutzungsdauer des Objektes eine entscheidende Rolle. Da Gebrauchsgüter stetig an Wert einbüßen, sollte die Kreditlaufzeit den Nutzungszeitraum des Gutes nicht überschreiten. Bei Fahrzeugen kann von einer Nutzungsdauer von 5 Jahren ausgegangen werden. Bei Möbeln wird mit einem Zeitraum von 10 Jahren gerechnet. In diesen Fällen empfiehlt sich der Abschluss eines mittelfristigen Konsumkredites.

Zweckgebundener Kredit

Im Kreditvertrag kann festgelegt werden, für welchen Zweck das Darlehen gewährt wird. Eine Zweckbindung ist bereits an den verwendeten Bezeichnungen wie Bauspardarlehen, Immobilienkredit, Autokredit (Kfz-Kredit) und Umschuldungskredit erkennbar.

Der Bausparkredit kann nur für Erwerb, Errichtung, Renovierungen und Sanierungen eines Eigenheimes aufgenommen werden. Autokredite sind auf die Anschaffung eines Neu- und Gebrauchtwagens beschränkt.

Die zweckentsprechende Verwendung der Darlehenssumme ist häufig durch entsprechende Belege nachzuweisen. Diese Vorgehensweise dient dem Kreditgeber als Absicherung, weil die zu finanzierenden Immobilien oder Fahrzeuge häufig als Sicherheit eingesetzt werden. Kreditnehmer erhalten als Ausgleich für den eingeschränkten Verwendungszweck meistens günstigere Kreditkonditionen.

Bei Autokrediten wird der Fahrzeugbrief in vielen Fällen bis zum Ende der Laufzeit von der Bank verwahrt. Aufgrund dieser Sicherungsübereignung ist es dem Kreditnehmer nicht möglich, das Fahrzeug während der Kreditlaufzeit zu veräußern. Wenn der Kreditnehmer einen vorzeitigen Verkauf plant oder nicht ausschließen will, kann ein herkömmlicher Ratenkredit die bessere Alternative darstellen.

Der Umschuldungskredit dient dem Zweck, einen bestehenden Kredit abzulösen. Da zugleich ein neuer Kreditvertrag abgeschlossen wird, kommt es zu einer Umstrukturierung der Schulden. Einerseits gibt es planmäßige Umschuldungen, welche bereits im Vorfeld vereinbart werden.

Dies betrifft die sogenannten Zwischenfinanzierungen, welche als kurzfristige Finanzierungsform abgeschlossen werden, wenn die endgültige Finanzierung bereits rechtlich fixiert wurde. Zwischenfinanzierungen werden üblicherweise über einen Zeitraum von 1 bis 2 Jahren zur Überbrückung eingesetzt, bis die geplante Endfinanzierung verfügbar ist.

Typische Fälle für Zwischenfinanzierungen sind noch nicht zuteilungsreife Bausparverträge, nicht sofort verfügbares Eigenkapital sowie noch nicht fällige Sparverträge und Lebensversicherungen. Bei Bausparverträgen wird eine Zwischenfinanzierung angeboten, wenn die notwendige Mindestansparungssumme erreicht, aber noch nicht zugeteilt wurde.

Andererseits können auch außerplanmäßige Umschuldungen erforderlich und/oder sinnvoll sein. Diese Umschuldungen können sowohl vom Kreditinstitut als auch vom Kreditnehmer angedacht werden. Für die Bank sind sie beispielsweise interessant, wenn sich ein Wertverlust der gestellten Kreditsicherheit eingestellt hat. Umschuldungskredite können für Kreditnehmer aus wirtschaftlicher Sicht eine überlegenswerte Option sein, wenn Kosteneinsparungen erzielbar sind.

Dieser Fall tritt ein, wenn der bereits bestehende Kredit unter vergleichsweise teuren Bedingungen abgeschlossen wurde. Ist das Zinsniveau in der Zwischenzeit gesunken, kann ein neuer Kredit günstiger ausfallen. Aufgrund des zunehmenden Wettbewerbs im Kreditsektor werden neuabzuschließende Kredite bei gleichen Geldsummen und Kreditlaufzeiten häufig zu besseren Konditionen angeboten als bereits bestehende Darlehen.

Bei Krediten mit längerer Laufzeit empfiehlt es sich daher, die Bedingungen laufend zu prüfen und mit gegenwärtigen Angeboten zu vergleichen. Diese Vergleiche werden durch das Internet erleichtert und beschleunigt. Einige Kreditinstitute bieten bei Umschuldungskrediten Zusatzleistungen an und kümmern sich um die notwendigen Formalitäten im Zuge der Umschuldung.

Zweckfreier Kredit

Bei zweckfreien Krediten kann der Kreditnehmer die Darlehenssumme beliebig einsetzen, ohne an einen bestimmten Verwendungszweck gebunden zu sein. Im Regelfall wird bei zweckfreien Krediten auf die Stellung von Sicherheiten verzichtet.

In diese Gruppe fällt der Ratenkredit, welcher zu den gebräuchlichsten Kreditarten gehört. Bei diesem Kredit handelt es sich um ein Darlehen, welches in einer Summe ausbezahlt wird und in Form von vereinbarten Teilbeträgen zu tilgen ist. Die monatlichen Raten beinhalten die Tilgung des Kredites, die Zinsen und die Gebühren des Kreditinstitutes. Hinsichtlich der Höhe variieren die Darlehenssummen in der Regel zwischen 1.000 Euro und 75.000 Euro. Ratenkredite werden von Banken meistens als standardisierte Darlehensprodukte angeboten. Die Laufzeit liegt bei maximal 7 bis 10 Jahren.

Wird ein Ratenkredit an einen Privathaushalt zur Finanzierung von Konsumgütern vergeben, wird dieser Kredit als Verbraucherdarlehen (Konsumentenkredit) behandelt. Agieren Gewerbetreibende oder Selbstständige als Kreditnehmer liegt ein Produktivkredit zur Finanzierung von Betriebsmitteln oder Investitionen vor.

Der sogenannte Kleinkredit ist ein Ratenkredit, welcher sich durch die geringere Darlehenssumme vom herkömmlichen Darlehen unterscheidet. Diese Kreditform wird bei kleineren Anschaffungen wie Elektrogeräten, Handys und Computern sowie bei der Umschuldung bevorzugt. Die Darlehenssumme ist in vereinbarten Raten über einen kurz- bis mittelfristigen Zeitraum zurückzuzahlen.

Als Sonderform des Ratenkredites gilt der Sofortkredit, welcher sich durch seine schnelle Abwicklung bei Kreditentscheidung und Auszahlung auszeichnet. Dieser zweckfreie Kredit eignet sich, wenn geringere Beträge zwischen 500 Euro und 25.000 Euro dringend benötigt werden. Auf eine Besicherung und eine umfassende Bonitätsprüfung wird regelmäßig verzichtet. Die Kreditvergabe ist an den Nachweis eines regelmäßigen Einkommens geknüpft. Sofortkredite können sowohl bei Filialbanken als auch bei Online- und Direktbanken beantragt werden.

Wird der Kreditvertrag mit dem Kreditinstitut direkt über das Internet abgewickelt, spricht man von einem Onlinekredit. Diese Kreditart wird hauptsächlich von Direktbanken offeriert. Mittlerweile bieten auch viele Filialbanken die Möglichkeit, einen Kredit über die bankeigene Webseite zu beantragen. Nach Antragstellung erhält der Kreditnehmer zunächst eine vorläufige Zusage. Die endgültige Kreditzusage erteilt die Bank nach Überprüfung der Identität über das Post-Ident-Verfahren und Einreichen der erforderlichen Dokumente.

Die Vorteile dieser Kreditaufnahme liegen in der unkomplizierten und schnellen Vergleichsmöglichkeit der verschiedenen Offerte. Auf spezialisierten Finanzportalen kann der Kreditsuchende nach Eingabe seiner Vorstellungen eine Übersicht über die verfügbaren Angebote verschiedener Banken abrufen.

Kreditvolumen

Das Kreditvolumen beinhaltet die bei einem Kredit gewährte Geldsumme. Die Höhe des Kreditvolumens variiert je nach Kreditart. So bewegt sich die Darlehenssumme bei einem Kleinkredit durchschnittlich zwischen 500 Euro und 5.000 Euro. Es ist allerdings nicht allgemein definiert, bis zu welcher Höhe von einem Kleinkredit gesprochen werden kann.

Grundsätzlich gelten Kredite über 10.000 Euro nicht mehr als Kleinkredite. Der Großteil der an Privatpersonen ausbezahlten Ratenkredite entfällt auf diese Kreditart, welche vorwiegend für die Finanzierung von Konsumgütern und zum Zweck der Umschuldung verwendet wird. Ratenkredite werden je nach Kreditinstitut bis zu einer Höhe von 75.000 Euro vergeben.

Kreditgeber

In den meisten Fällen übernehmen klassische Kreditinstitute wie Banken und Sparkassen die Stellung des Kreditgebers. Neben herkömmlichen Filialbanken vergeben auch Direktbanken Kredite. Bei diesen filiallosen Banken erfolgt die Abwicklung des Kredites online.

Bei Privatkrediten agieren private Investoren als Kreditgeber. Ein klassischer Anwendungsfall ist das Darlehen im Familien- und Freundeskreis. Darüber hinaus besteht die Option, einen Privatkredit mit einem unbekannten Privatanleger abzuschließen.

Spezielle Privatkreditportale stellen im Internet eine Plattform zur Verfügung, über welche dieser Kredit unter Wahrung der beiderseitigen Anonymität abgewickelt werden kann. Die konkreten Kreditkonditionen können zwischen diesen privaten Vertragsparteien variabel vereinbart werden.

Von Kreditgebern abzugrenzen sind die Kreditvermittlungen, welche lediglich als gewerbliche Vermittler zwischen Kreditinteressent und Kreditgeber agieren, ohne selbst Kredite zu vergeben. Kreditvermittlungen verrechnen für ihre Vermittlungstätigkeit Provisionen und Auslagen für tatsächliche Aufwendungen, welche der Kreditnehmer bei Ausbezahlung des Darlehens zu leisten hat.

In diesem Geschäftsbereich ist Vorsicht geboten. Besonders günstige Kreditbedingungen können sich als unseriöse Angebote herausstellen. Die Verrechnung von Provisionen im Vorfeld der eigentlichen Kreditvergabe und der Verkauf von Beratungsverträgen und Versicherungen sind ebenso als Zeichen mangelnder Vertrauenswürdigkeit zu werten wie teure Beratungshotlines, unnötige Betreuungstermine und Hausbesuche.

Kreditnehmer

In Abhängigkeit von den Eigenschaften der Kreditnehmer kann zwischen Krediten an Privatpersonen und Krediten an Unternehmen unterschieden werden. Die Konsumentenkredite (Verbraucherdarlehen) der privaten Haushalte stehen den Produktionskrediten der Unternehmen gegenüber.

Die Produktivkredite werden in Form von kurzfristigen Betriebsmittelkrediten für Anschaffungen des Umlaufvermögens und in Form von langfristigen Investitionskrediten zur Finanzierung des Anlagevermögens an Unternehmen vergeben.

Darüber hinaus werden von Kreditinstituten spezielle Kredite für bestimmte Personengruppen zur Verfügung gestellt. Der Studentenkredit ist auf die Bedürfnisse Studierender zugeschnitten, welche Kapital benötigen, um ihr Studium finanzieren zu können.

Da dieser Kredit zweckgebunden ist, sind entsprechende Immatrikulationsbescheinigungen und Studienerfolgsnachweise zu erbringen. Die Kreditsumme wird üblicherweise in monatlichen Raten ausbezahlt.

Dieser Kredit ist zeitlich befristet und zeichnet sich durch günstige Zinskonditionen aus. Nach Abschluss des Studiums erfolgt die Rückzahlung des Kredites. Regelmäßig wird ein tilgungsfreier Zeitraum von 12 bis 24 Monaten nach Studiumsende vereinbart. Der Beginn der Rückzahlung setzt erst nach Ablauf dieses Zeitraumes ein. Meist besteht die Möglichkeit, Sondertilgungen vorzunehmen.

Spezialkredite stehen auch Beamten und Angestellten des öffentlichen Dienstes offen. Bei Beamtenkrediten sind höhere Kreditsummen und günstigere Konditionen als bei normalen Ratenkrediten möglich. Diese Besonderheiten resultieren aus der hohen Sicherheit des Beamteneinkommens. Die Darlehen werden häufig ohne Sicherheiten als Blankokredite gewährt.

Bei Beamtenkrediten handelt es sich in vielen Fällen um endfällige Darlehen, welche an eine Lebensversicherung gekoppelt sind. Diese Kreditart kann langfristig für eine Laufzeit von bis zu 20 Jahren zum Zweck der Finanzierung eines Eigenheimes abgeschlossen werden.

Bei Selbstständigen und Freiberuflern wird die Vergabe eines Kredites vielfach von der Bereitstellung von Sicherheiten wie Immobilien, Spareinlagen, Lebensversicherungen oder Bürgschaften abhängig gemacht. Des Weiteren werden betriebswirtschaftliche Auswertungen in Form von Bilanzen und Einkommenssteuerbescheiden verlangt.

Absicherung von Krediten

Kreditinstitute können ihre Kreditzusage an die Bereitstellung von Sicherheiten durch den Kreditnehmer knüpfen, um sich gegen das Ausfallrisiko abzusichern.

Die Wahl der Kreditbesicherung richtet sich vordergründig nach den Vermögensverhältnissen des Kreditnehmers. Bei niedrigen Kreditsummen und kurzfristigen Laufzeiten kann die Verpfändung künftiger Lohn- und Gehaltsforderungen als Kreditsicherheit eingesetzt werden. Als Kreditbesicherung können zudem Wertgegenstände wie Sparbücher, Wertpapiere, Schmuck oder Antiquitäten bei der Bank hinterlegt werden.

Kreditinstitute können als Sicherheit den Abschluss von Ablebensversicherungen und Kredit-Restschuldversicherungen (KRSV) verlangen. Mit diesen Versicherungen sollen der Kreditbetrag und die Kreditkosten gegen Risiken wie Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Tod des Kreditnehmers abgesichert werden. Alternativ ist es auch möglich, bereits bestehende Lebensversicherungen zu verpfänden.

Häufig genutzte Sicherheiten sind Hypotheken, welche dem Kreditinstitut ein Pfandrecht an einer Immobilie einräumen. Der Wert der belehnten Immobilie übersteigt in der Regel den Auszahlungsbetrag des Darlehens. Mit dem Erlös aus einer allfälligen Zwangsversteigerung werden die noch offenen Kreditschulden des Kreditnehmers beglichen.

Kreditinstitute können sich gegen Zahlungsausfälle auch durch Bürgschaften absichern. Die Bürgen verpflichten sich, als Drittschuldner bei Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers die offenen Kreditschulden zu begleichen.

Wenn der Kreditnehmer seinen Zahlungsverpflichtungen nicht vereinbarungsgemäß nachkommt, kann somit der Kreditgeber bei Sachsicherheiten auf die verpfändeten Vermögensgegenstände zurückgreifen und diese verwerten. Bei Personensicherheiten können die Bürgen zur Zahlung herangezogen werden.

Kredit und Bonität

Die Kreditwürdigkeit (Bonität) bezeichnet die prognostizierte Wahrscheinlichkeit, mit welcher der Kreditnehmer die vereinbarten Zahlungen ordnungsgemäß leisten kann und will.

Somit beinhaltet die Bonität die wirtschaftliche Fähigkeit, den Kredit zurückzuzahlen, und die persönliche Bereitschaft, dieser Verpflichtung nachzukommen.

Kreditinstitute sind gesetzlich dazu verpflichtet (§ 18 KWG), die wirtschaftliche Zahlungsfähigkeit und die individuelle Zahlungswilligkeit des Kreditnehmers zu überprüfen.

Im Zuge dieser Kreditwürdigkeitsprüfung werden bonitätsrelevante Informationen eingeholt und ausgewertet. Anhand dieser Datenanalyse wird die individuelle Bonität des Kreditnehmers in Scores ermittelt. Dieser Scorewert drückt aus, inwiefern der Kreditnehmer kreditwürdig ist. Als wichtige Informationsquelle dient die Schufa-Auskunft, welche von den Kreditinstituten bei der Wirtschaftsauskunftei Schufa eingeholt wird.

Diese Bonitätsauskunft beinhaltet Daten zu bisherigem Zahlungsverhalten, bestehenden und gekündigten Konten und Krediten sowie etwaigen Vollstreckungsmaßnahmen und Insolvenzverfahren des Kreditinteressenten. Negativvermerke können zu einer negativen Bonitätsauskunft und einer Ablehnung des Kreditantrages durch den Kreditgeber führen.

Kreditinstitute bewerten die Bonität jedoch nicht nur anhand der bei der Schufa gespeicherten Daten. Vielmehr werden als weitere Faktoren die gegenwärtigen und künftigen Einkommens- und Vermögensverhältnisse berücksichtigt. Relevant sind Einkommenssituation, Höhe der monatlichen Ausgaben, vorhandene Vermögenswerte und Güterstand.

Diese Informationen werden direkt beim Kreditnehmer nachgefragt, welcher entsprechende Unterlagen vorzulegen hat. Als Nachweise dienen vor allem Gehaltsabrechnungen, Einkommenssteuerbescheide, Grundbuchauszüge sowie Konto- und Depotauszüge. Bei Beurteilung der persönlichen Bonität spielen Arbeitsplatzsicherheit, Lebensführung und berufliche Qualifikationen eine wichtige Rolle.

Die Kreditwürdigkeit wird nicht nur anlässlich der Kreditvergabe, sondern auch während der Laufzeit des Kredites regelmäßig überwacht. Verschlechterungen in der Bonität können bei bestehenden Krediten nachteilige Folgen für den Kreditnehmer auslösen. Erhöhungen in der Kreditmarge sind ebenso möglich wie die Pflicht zur Nachbesicherung oder ein Kreditkündigungsrecht für den Kreditgeber.

Kredit ohne Schufa

Für Kreditinteressenten, deren Darlehensantrag wegen eines negativen Schufa-Eintrages abgelehnt wird, kann ein Kredit ohne Schufa eine Alternative darstellen. Es ist wichtig auf die Vertrauenswürdigkeit der Anbieter zu achten, zumal in diesem Bereich viele fragwürdige Offerte angeboten werden.

Seriöse Kreditgeber vergeben Kredite ohne Schufa nur bei geringen Geldbeträgen. Die Kreditvergabe wird meist vom Nachweis eines regelmäßigen Einkommens aus einem unbefristeten Arbeits- und Angestelltenverhältnis abhängig gemacht. Dieser sogenannte Schweizer Kredit wurde ursprünglich hauptsächlich von Schweizer Banken vergeben. Mittlerweile bieten auch Liechtensteiner Banken diese Kreditart an.

Kredit von privat

Privatpersonen steht mit dem Kredit von privat eine zusätzliche Möglichkeit offen, um ein Darlehen ohne vorangegangene Bonitätsprüfung unter Einschaltung der Schufa zu erhalten.

Dies betrifft zum einen die klassische Geldleihe unter Angehörigen oder Freunden. Zum anderen kann ein Kreditinteressent einen solchen Kredit von privat mit einem unbekannten Privatanleger abschließen. Privatkreditportale stellen eine Plattform zur Verfügung, auf welcher die privaten Kreditgesuche auf private Investoren treffen.

Die Entscheidung über den Kreditabschluss und die Vereinbarung der Konditionen obliegt den beiden Vertragsparteien. Es liegt daher im Ermessen des privaten Kreditgebers, ob er das Kreditrisiko eingehen kann und will. Eine genaue Kreditwürdigkeitsprüfung ist anders als bei herkömmlichen Bankdarlehen nicht zwingend erforderlich.

Kreditbetrag

Die tatsächliche Höhe des gewährten Kredites richtet sich nach den konkreten Rahmenbedingungen des Einzelfalles. Bei der Ermittlung des Kreditbetrages werden Nettokaufpreis, vorhandene Eigenmittel und Kreditkosten berücksichtigt. Der Auszahlungsbetrag fällt niedriger aus als der Kreditbetrag, weil etwaige Gebühren und Spesen meist sofort zum Abzug gebracht werden.

Die Berechnung des individuellen Kreditbetrages erweist sich bei langfristigen Immobilienkrediten als komplex, weil viele verschiedene Auslagen einzubeziehen sind. Neben den eigentlichen Aufwendungen für den Grundstückserwerb inklusive Nebenkosten für Notar, Grundbuch und Makler sind sämtliche Kosten für Planung, Errichtung und Materialbedarf ebenso einzurechnen wie die anfallenden Kreditkosten.

Im Idealfall sollte darüber hinaus noch eine Reserve eingeplant werden, weil es nicht möglich ist, den finanziellen Aufwand in seiner tatsächlichen Höhe vorab festzulegen.

Die Kreditsumme entscheidet in Kombination mit Kreditkosten, Zinsen, Laufzeit und Anteil des frei verfügbaren Einkommens über die Höhe der monatlichen Raten.

Als Restschuldbetrag wird jene Summe bezeichnet, welche noch nicht beglichen wurde. Über die tatsächliche Höhe der zu einem bestimmten Zeitpunkt noch offenen Restschuld gibt der Tilgungsplan Auskunft.

Zinssatz

Die Kreditzinsen verstehen sich als Gegenleistung für die Kapitalüberlassung. Der vereinbarte Zinssatz wird von mehreren Faktoren beeinflusst.

Von zentraler Bedeutung ist der von der Europäischen Zentralbank (EZB) festgelegte Hauptrefinanzierungssatz. Dieser Leitzins gibt an, zu welchem Preis sich die Geschäftsbanken bei der Zentralbank Geld leihen können. In dieser Funktion hat der Leitzins wesentlichen Einfluss auf das Marktzinsniveau. Der Marktzinssatz bestimmt wiederum den Kreditzinssatz. Ein niedriger Leitzins schlägt sich in einem niedrigen Kreditzinssatz nieder.

Der Marktzinssatz gibt jenen Zinssatz an, welcher am Kapitalmarkt für Anlagen mit gleicher Bindungsdauer gilt. Als risikoloser Zinssatz wird er nur Kreditnehmern mit erstklassiger Bonität gewährt. Somit bildet die persönliche Bonität einen wesentlichen Faktor bei der Festlegung des tatsächlichen Kreditzinssatzes.

Die Kreditinstitute nehmen einen Aufschlag auf den Marktzinssatz vor, um ihr Risiko aus der Kreditgewährung zu berücksichtigen. Je höher das Bonitätsrisiko eingestuft wird, desto höher ist der vom Kreditnehmer zu bezahlende Kreditzinssatz. Der Zinssatz erhöht sich in den meisten Fällen mit steigender Kreditsumme und längerer Laufzeit.

Unterschiede bei den Zinsen

Neben der Höhe des Zinssatzes bestimmt die Art der Verzinsung die tatsächlichen Kreditkosten. Es kann ein fixer oder variabler Zinssatz vereinbart werden. Der Fixzins (Festzins) bleibt im festgelegten Zeitraum unabhängig von der Entwicklung des Marktzinsniveaus konstant und kann zwischenzeitlich nicht verändert werden.

Ein Festzins kann für die gesamte Laufzeit oder einen Teil der Laufzeit des Kredites fixiert werden. Dies erweist sich für den Darlehensnehmer als ungünstig, wenn die Marktzinsen sinken. Bei variabler Verzinsung wird der Zinssatz hingegen periodisch an die entsprechende Höhe des Marktzinssatzes angepasst.

In diesem Fall kann sich der für den Kreditnehmer geltende Zinssatz laufend ändern. Der variable Zinssatz muss an einen vertraglich festzulegenden Referenzzinssatz wie beispielsweise den EURIBOR (Euro Interbank Offered Rate) gekoppelt werden, um willkürliche Zinsgestaltungen zu vermeiden. Zusätzlich kann im Kreditvertrag eine Zinsobergrenze festgelegt werden.

Der nominelle Kreditzinssatz wird in Prozent pro Jahr (% p.a.) angegeben. Kostentechnisch relevant ist der effektive Jahreszinssatz, weil er die auf die Kreditsumme bezogenen jährlichen Kosten von Krediten angibt. Bei Konsumentenkrediten muss der effektive Jahreszinssatz gemäß Preisangabenverordnung von Kreditgebern zwingend im Kreditvertrag angeführt werden. Damit soll dem Verbraucher die Möglichkeit eingeräumt werden, Zinsvergleiche durchzuführen. Für die Ermittlung der Kreditzinsen wird der noch offene Kreditbetrag als Berechnungsgrundlage herangezogen.

Die Kosten für Kredit

In erster Linie bestimmen die vereinbarten Kreditzinsen die Kosten. Bei Krediten fallen neben den Zinsen noch weitere Kosten an, welche je nach Kreditinstitut variieren können.

Banken und Sparkassen dürfen Verbrauchern für Kredite keine Bearbeitungsgebühren berechnen. In einem Grundsatzurteil entschied der BGH, dass entsprechende Bestimmungen in Darlehensverträgen unzulässig sind.

Für den Zeitraum zwischen Darlehenszusage und Darlehensauszahlung können Bereitstellungszinsen verlangt werden. Darüber hinaus können Kosten für die Besicherung des Kredites im Zuge des Abschlusses einer Kreditrestschuld-Versicherung oder der grundbücherlichen Eintragung einer Hypothek anfallen.

Bei vorzeitiger Kündigung des Darlehensvertrages durch den Kreditnehmer kann eine Vorfälligkeitsentschädigung auf Basis der Wiederanlagerendite der Kapitalmarktstatistik der Deutschen Bundesbank verrechnet werden. Bei verspäteten Zahlungen werden dem Kreditnehmer zusätzlich Mahnspesen und Verzugszinsen in Rechnung gestellt.

Steuerliche Absetzbarkeit von Kreditzinsen

Ob die Kreditzinsen für einen laufenden Kredit steuerlich absetzbar sind, hängt vom Verwendungszweck des Kredites ab. Klassische Verbraucherdarlehen zur Finanzierung von Konsumgütern können nicht berücksichtigt werden. Betrifft die Kreditfinanzierung hingegen Anschaffungen, welche der Erzielung steuerpflichtiger Einnahmen dienen, können die Kreditzinsen als Werbungskosten in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Die Zinsen eines Immobilienkredites können mit den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung verrechnet werden, wenn die betreffende Immobilie nach dem Kauf vermietet wird. Wird sie hingegen für eigene Wohnbedürfnisse genutzt, scheidet diese Möglichkeit aus.

Steuerlich absetzbar sind Kreditzinsen, wenn der Kreditnehmer berufsbedingt eine Zweitwohnung in einer anderen Stadt benötigt.

Zinsen für einen Autokredit können in der Steuererklärung geltend gemacht werden, wenn das Fahrzeug verwendet wird, um Einnahmen zu erzielen. Eine allfällige private Nutzung mindert die Absetzbarkeit des beruflich genutzten Autos.

Selbstständige und Freiberufler können Kreditzinsen steuerlich absetzen, wenn der betreffende Kredit für betriebliche Investitionen aufgenommen wurde. Die Kreditzinsen senken als Werbungskosten das zu versteuernde Einkommen und damit die Bemessungsgrundlage für die Einkommenssteuer.

Tilgung: die Kreditrückzahlung

Die gewählte Tilgungsform zeigt an, auf welche Weise die Rückzahlung des Kredites erfolgen soll. Mit Annuitätendarlehen, Tilgungsdarlehen und endfälligem Darlehen stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Auswahl.

Bei der Annuitätentilgung wird das Darlehen laufend in konstanten Raten (Annuitäten) zurückgezahlt, welche die Zinsen inkludieren. Der Kreditnehmer leistet somit während der gesamten Laufzeit gleich hohe Ratenzahlungen.

Banken gewähren Privatdarlehen oftmals in Form von Annuitätendarlehen. Gebräuchlich sind sie auch in der Immobilienfinanzierung.

Bei einem Tilgungsdarlehen wird das Darlehensvolumen in gleich hohe Teilbeträge (Kapitalraten) zerlegt, welche pro Periode zurückzuzahlen sind.

Diese Tilgungszahlungen verringern die Restschuld und damit die Berechnungsgrundlage für die Zinsen. Die laufenden Zinszahlungen nehmen daher stetig ab. Dementsprechend verringern sich auch die periodisch zu leistende Gesamtzahlung (Tilgung inklusive Zinsen) und die monatliche Belastung.

Im Vergleich zum Annuitätendarlehen wird das Tilgungsdarlehen in der Immobilienfinanzierung bislang selten verwendet. Das Tilgungsdarlehen eignet sich besonders für Darlehensnehmer, welche während der Kreditlaufzeit in Rente gehen. Sie profitieren von der im Zeitverlauf sinkenden Gesamtbelastung, zumal ihnen im Ruhestand nur ein geringeres Einkommen zur Verfügung steht.

Tilgungs- und Annuitätendarlehen sind die üblichen Kreditformen bei Verbraucherkrediten. Es wird nämlich davon ausgegangen, dass die Raten aus den monatlichen Einkünften beglichen werden.

Wird die gesamte Darlehenssumme erst am Ende der Laufzeit getilgt, handelt es sich um ein endfälliges Darlehen. Bei dieser Darlehensform sind während der Laufzeit lediglich Zinsen zu bezahlen. Da die Restschuld bis zum Ende der Laufzeit unverändert bleibt, sind die Zinszahlungen bei fix vereinbartem Zinssatz konstant.

Zusatzvereinbarungen

Im Kreditvertrag getroffene Zusatzvereinbarungen können die Flexibilität des Kreditnehmers während der Kreditlaufzeit erhöhen. Sinnvoll ist die Vereinbarung einer Option zur Leistung von Sondertilgungen. In diesem Fall können zusätzlich zu den Raten größere Geldbeträge einbezahlt werden, welche die Kreditsumme, die Zinsen und die Kreditlaufzeit reduzieren.

Die Tilgungsänderungsoption ermöglicht es hingegen, die Kreditrate nach oben und unten anzupassen, sodass der Kreditnehmer auf eventuelle Einkommensänderungen bedarfsgerecht reagieren kann. Diese Optionen erweisen sich vor allem bei langfristigen Kreditfinanzierungen als vorteilhaft.

Einige Banken offerieren die Möglichkeit, die Raten einmal im Jahr auszusetzen. In diesem Fall verlängert sich die Kreditlaufzeit um den Zeitraum der Ratenaussetzung, wodurch sich der Kredit verteuert.

Vorzeitige Kündigungsmöglichkeiten bei Verbraucherdarlehen

Die Kündigungsmöglichkeiten des Verbrauchers variieren je nach Kredit. Jederzeit kündbar ist ein Kontokorrentkredit. Ratenkredite mit Fixzinssatz können nach Ablauf von sechs Monaten nach dem Empfang der Kreditsumme unter Beachtung einer dreimonatigen Kündigungsfrist aufgelöst werden.

Darlehensverträge mit variablem Zinssatz können jederzeit unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von drei Monaten gekündigt werden. Ein Darlehensvertrag mit Festzinssatz ist hingegen erst nach Ende der Zinsbindung mit einmonatiger Kündigungsfrist und nach Ablauf von zehn Jahren unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von sechs Monaten kündbar.

Neben diesen gesetzlich eingeräumten Kündigungsmöglichkeiten können im Kreditvertrag Kündigungsrechte vereinbart werden, sofern sie für den Verbraucher günstiger sind.

Bei vorzeitiger Kündigung kann der Kreditgeber als Ausgleich für seinen entgangenen Gewinn eine Vorfälligkeitsentschädigung in Rechnung stellen.

Der Verbraucher ist verpflichtet, die Restschuld binnen zwei Wochen nach Wirksamwerden der Kündigung zurückzuzahlen. Andernfalls gilt die Kündigung als nicht erteilt.

Kreditrahmen

Neben klassischen Darlehen mit fix vereinbarten Darlehenssummen gibt es auch Kredite mit Verfügungsrahmen, welche bei Bedarf ausgeschöpft werden können.

Bei den sogenannten Kontokorrentkrediten wird ein Limit vereinbart, bis zu welchem der Kreditnehmer den Kredit in Anspruch nehmen kann. Innerhalb dieses Kreditrahmens (Kreditlinie) kann der Kreditnehmer je nach Bedarf durch wiederholte Verfügungen über sein Konto beliebige Geldbeträge beanspruchen.

Kontokorrentkredite räumen damit eine gewisse Flexibilität ein, zumal der Kreditnehmer selbstständig darüber entscheiden kann, wann und in welcher Höhe er Geld leihen will. Flexibel gestaltet sich auch die Rückzahlung, welche jederzeit zur Gänze oder in unregelmäßigen Teilbeträgen erfolgen kann.

Ein Kontokorrentkredit wird hauptsächlich gewählt, um kurzfristige finanzielle Engpässe auszugleichen. Da die Bank jederzeit die Rückzahlung einfordern kann, handelt es sich formell um ein kurzfristiges Darlehen.

Für Unternehmen stellt der Kontokorrentkredit einen Betriebskredit dar, welche der Finanzierung der unternehmerischen Tätigkeit dient. Privatpersonen wird diese Kreditart als Dispositionskredit (Dispokredit) zur Verfügung gestellt.

Der Dispokredit bezeichnet den Kreditrahmen, welcher Privatkunden auf dem Girokonto (Kontokorrentkonto) von Banken eingeräumt wird. Die Höhe kann auf bis zu drei Netto-Monats-Einkommen festgelegt werden. Für den tatsächlich beanspruchten Kreditbetrag werden Sollzinsen in Rechnung gestellt, welche im Vergleich zu anderen Darlehensformen hoch ausfallen.

Diese Zinsen sind in der Regel variabel und werden dem aktuellen Zinssatz angepasst. Wurde das vereinbarte Limit überschritten, wird zusätzlich zu den Sollzinsen eine Überziehungsprovision fällig. Zudem sind üblicherweise eine Bereitstellungsprovision und eine Kontoführungsgebühr zu entrichten.

Barkredite können nicht nur über das Girokonto, sondern auch über ein separates Referenzkonto durch Einräumen eines Kreditrahmens gewährt werden. Der Kreditnehmer kann diesen Abrufkredit (Rahmenkredit) innerhalb der Kreditlinie (regelmäßig zwischen 5.000 und 25.000 Euro) in gewünschter Höhe abrufen. Die Bank veranlasst die Auszahlung (Abruf) auf das Referenzkonto.

Der Rahmenkredit zeichnet sich gegenüber dem Dispositionskredit durch niedrigere Zinsen und eine kostenlose Bereitstellung aus. Er eignet sich vor allem bei kurzfristigem Geldbedarf für einen Zeitraum unter einem Jahr.

Bei Laufzeiten über 12 Monaten erweist sich hingegen der Ratenkredit als kostengünstigere Alternative. Ähnlich besteht auch bei Kreditkartenkonten die Möglichkeit, einen Überziehungsrahmen einzurichten und je nach Bedarf zu nutzen.

Faktisch werden diese Kreditformen unbefristet zur Verfügung gestellt, solange die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers mit dem vereinbarten Limit im Einklang steht. Meist handelt es sich um sogenannte revolvierende Kredite. Diese Kredite können je nach wirtschaftlichen Verhältnissen des Kreditnehmers teilweise getilgt werden, um anschließend wieder bis zum Limit ausgeschöpft zu werden.